Jubelkönigspaar vor 25 Jahren

Dr. Otmar Schneider und Katja RotermundDr. Otmar Schneider und Katja Rotermund
Engelchen: Andrea Luig und Lena Helnerus

Wir schreiben den 2. Juli 2001: Schützenfestmontag in Arnsberg. Schon in den frühen Morgenstunden lag eine spürbare Spannung über dem Kompanielokal „Zur Teutenburg“. Seit 6 Uhr hatten sich die Schützenbrüder der „Vierten“ versammelt, vereint durch eine Frage: Wer würde als 12. König der Wilddiebkompanie seit ihrer Gründung im Jahre 1955 hervorgehen? So machten sich 250 Wilddiebe zu den Klängen des Tambourcorps Schreppenberg auf den rund sechs Kilometer langen Weg zur Vogelwiese, natürlich mit dem Zwischenziel Altes Rathaus. Bei angenehmen Temperaturen und ausgelassener Stimmung fieberten tausende Besucher dem Höhepunkt des Tages entgegen.

Der entscheidende Schuss fiel um 12:57 Uhr. Unter dem Jubel der Menge schoss Dr. Otmar Schneider den Vogel aus dem Kugelfang und sicherte sich damit die Königswürde. Der neue Schützenkönig wurde 1954 im rheinischen Waldbröl geboren. Als promovierter Jurist war er bis zu seiner Pensionierung 2021 viele Jahre als Vorsitzender Richter am Oberverwaltungsgericht in Münster tätig. 1984 kam Dr. Otmar Schneider nach Arnsberg zum Verwaltungsgericht und trat bereits ein Jahr später in die Wilddiebkompanie ein. Seit 1990 ist Otmar aktives Vorstandsmitglied der Bürgerschützengesellschaft und tatkräftiges Mitglied der Archivkommission. Die lesenswerten Artikel der Rubrik „Aus dem Archiv“ in diesem Festheft stammen regelmäßig seiner Feder. In seinem jetzigen Ruhestand verreist Dr. Otmar Schneider gerne mit seiner Ehefrau Rosa-Maria, oftmals mit dem genussvollen Reiseziel Frankreich.

An seiner Seite regierte als Königin Katja Rotermund. Die Meldereiter hatten im Jahr 2001 einen recht kurzen Weg bis zur Grafenstraße, wo Katja auch heute in ihrem Elternhaus lebt. Es ist für sie selbstverständlich, dass sie als ehemalige Königin regelmäßig die Treffen der Königinnen-Gemeinschaft besucht und die Schützenfeste intensiv begleitet. Katja Rotermund, die in einer Steuerkanzlei arbeitet, reist gern, treibt viel Sport und ist leidenschaftliche Reiterin.

Jubelkönigspaar vor 40 Jahren

Jubilar 40 Jahre_Schumacher und GöbelAlfons Schumacher (†) und Claudia Wiesehöfer, geb. Risse
Engelchen: Britta Weber und Carolin Fuß

Auf ihr 40-jähriges Jubiläum als Königspaar der Arnsberger Bürgerschützen hätten Alfons Schumacher und Claudia Wiesehöfer in diesem Jahr gern gemeinsam zurückgeblickt. Alfons Schumacher verstarb jedoch vor drei Jahren. Mit ihm verlor die Schützengemeinschaft einen begeisterten und engagierten Schützen, der für seine zahlreichen Verdienste im Jahr 1998 mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 1986 errang er zur großen Freude seiner Ersten Kompanie die Königswürde. Die Begeisterung wurde zusätzlich dadurch gesteigert, dass ihm mit Claudia Wiesehöfer eine Königin aus der Altstadt zur Seite stand, die hinter dem Glockenturm, dem Herzen der Ersten Kompanie, aufgewachsen ist. Während ihrer Regentschaft und auch darüber hinaus bewiesen beide ihre tiefe Verbundenheit zum Schützenwesen.

Auch nach ihrem Königsjahr blieben sie den Bürgerschützen treu und engagierten sich weiterhin. Claudia Wiesehöfer nimmt bis heute aktiv am Schützenleben teil. Die Begeisterung für das Schützenwesen hat sie zudem an ihre älteste Tochter Pia weitergegeben, die 2012 als Engelchen bei Ferdi Beleke und Daniela Otte wirkte und sich ebenfalls als Hofdame im Hofstaat engagierte.#

Die Erinnerung an diese Zeit bleibt lebendig, und die Vorfreude auf ein schönes Jubiläum ist groß.

Jubelkönigspaar vor 50 Jahren

Günter Winter und Inge PeichertGünter Winter (†) und Inge Peichert, geb. Menge
Engelchen: Eva Maria Zerbin und Andrea Evers

1976 lautete die Überschrift in Arnsbergs Zeitungen in den Berichten über das Arnsberger Schützenfest: Bei 35 Grad im Schatten trat der Winter sein Regiment an oder „Trotz Hitze eine ‚Menge Winter‘“. Denn dem 34-jährigen Heizungsbauer Günter Winter war es bei tropischen Temperaturen und nach kurzem Gefecht gelungen, dem Vogel den letzten Schuss zu verpassen und sich die Königswürde zu sichern. Tausende Besucher einer rappelvollen Vogelwiese jubelten dem neuen König der Arnsberger Bürgerschützen zu, darunter natürlich seine Familie, sein Freundeskreis, der ihn liebevoll „Klüngel“ nannte, und seine 3. Kompanie.

Doch die Besucher der Vogelwiese mussten bei der Hitze noch ein wenig ausharren, denn die Meldereiter mussten bis zum Bahnhofshotel Menge reiten, um der neuen Königin Inge Menge die frohe Botschaft zu überbringen. Das neue Königspaar war bereits Schützenfest erprobt. König Günter begann seine Schützenkarriere im Hofstaat und war später Mitglied des Kompanievorstandes seiner 3. Kompanie, Mitglied des Allgemeinen Vorstandes und der Hofstaats-Kommission.

Schützenkönigin Inge hat das Schützenwesen im Blut. Ihr Elternhaus war das Kompanielokal der Dritten. Es gibt viel Schützentradition in der Familie Menge: Inges Großvater war 1921 und ihr Vater 1974 Schützenkönig. Somit begleitete Vater Willi Inge als Königsführer durch ihr Königinnenjahr. Inge selbst hatte bereits im Hofstaat Schützenfest-Erfahrung gesammelt.

Leider verstarb unser Schützenkönig 1976/1977 Günter Winter kurz vor dem Schützenfest im Jahr 2024. Umso mehr freuen wir uns, die Schützenkönigin der 3. Kompanie von vor 50 Jahren, Inge Peichert, auf dem diesjährigen Schützenfest in Arnsberg begrüßen zu dürfen, und dass Holger Winter, der Sohn unseres verstorbenen Königs Günter, sie im Festzug am Sonntag begleiten wird.

Jubelkönigspaar vor 60 Jahren

Julia Stutzinger, geb. BödefeldKarl Tampier (†) und Julia Stutzinger, geb. Bödefeld (†)
Engelchen: Petra Hilsmann und Andrea Hosters

Wenn wir heute auf das Jahr 1966 zurückblicken, erinnern wir uns an ein strahlendes Königspaar unter blauem Arnsberger Himmel. In diesem Jahr würden Karl Tampier und seine Königin Juliane Stutzinger, geb. Bödefeld ihr 60-jähriges Jubiläum feiern dürfen. Leider sind beide bereits verstorben.

Rund 7000 Festbesucher beobachteten das Vogelschießen auf der Vogelwiese. Den finalen Treffer setzte Karl Tampier, Schützenbruder der 1. Kompanie. Mit Stolz war er König der Arnsberger Bürgerschützen und in der Gesellschaft jahrelang präsent und aktiv. Karl Tampier war 34 Jahre bis zum Jahr 2000 Rendant der Arnsberger Bürgerschützengesellschaft. Die Königin Juliane war eine Königin aus dem Herzen der Stadt Arnsberg, damals wohnhaft in der Grafenstraße 30. Entgegen der allgemeinen Erwartung, die Königin würde aus der Altstadt stammen, kam Juliane „jenseits des Jordans“ direkt in das Herz des Schützenwesens. Als Tochter des Metzgermeisters Josef Bödefeld wurde ihr die Begeisterung für das Brauchtum praktisch in die Wiege gelegt. Juliane wuchs in einer Familie auf, in der das Schützenwesen gelebt wurde: Sowohl ihr Vater als auch ihr Bruder Josef waren als aktive Schützenbrüder fest in der Gemeinschaft verwurzelt.

Im Dezember 2023 verstarb Juliane Stutzinger nur vier Tage vor ihrem Geburtstag im Alter von 80 Jahren. Juliane besuchte auch nach ihrem Königinnenjahr immer gern die Arnsberger Schützenfeste und war bis zu ihrem Tode gern Teil der Gemeinschaft der ehemaligen Königinnen.

Jubelkönigspaar vor 70 Jahren

Helga Czyperreck vor 70 Jahren KöniginJosef Sauerwald (†) und Helga Czyperreck, geb. Schmidt

Unglaubliche sieben Jahrzehnte liegen zwischen der Proklamation von Helga Schmidt als junge Königin und dem seltenen 70. Jubiläum im Jahr 2026. Am 2. Juli 1956 gelang dem Arnsberger Kohlenhändler Josef Sauerwald der entscheidende Treffer beim Vogelschießen und anschließendem entscheidenden Ausschießen mit der Scheibe, weil sowohl er als auch Mitanwärter Dr. Herbold hochgehoben wurden. Zu seiner Königin erwählte Josef „Jupp“ Sauerwald Helga Schmidt, Tochter des Bierverlegers Eberhardt Schmidt. Nach der Proklamation des Königs wurde ihre Ernennung zur Königin noch auf ein Stück Papiertischtuch geschrieben und dem Meldereiter übergeben. Die Proklamation der Königin fand nach dem Rückmarsch von der Vogelwiese erstmalig im damals neuen Rathaus und mit einem Mikrofon (!) statt. Schon früh hatte Helga Schützenluft geschnuppert. Natürlich einerseits über den Getränkeverlag ihres Vaters, der Bier und Eis für die Vogelwiese lieferte, und später auch aktiv als Hofdame 1951/52.

Noch heute erinnert sich Helga gern an besonders eindrucksvolle Momente: der Einzug der Festgesellschaft mit Musik in die geschmückte Schützenhalle, ihre Rede auf dem Balkon ihres Elternhauses, die Teilnahme am Flugtag des Segelclubs im Alten Feld oder ein Fest des Königspaares mit Hofstaat und Gästen in der Sebastianhütte. Das traditionelle Königinnentreffen am Donnerstag nach dem Schützenfest wurde 1956 in ihrem Königinnenjahr von Minny Bertram (Schäfer) begründet. Bis heute hält Helga die Verbindung nach Arnsberg als ihre Heimatstadt wach, kommt gern von Münster „nach Hause“ zu ihrer Tochter Uta. Die 94-Jährige lebt heute in Münster-Wolbeck und hält sich mit Kartenspielen gedanklich fit.

Und was fast keiner weiß: Helga Czyperreck, geb. Schmidt, war nicht nur vor 70 Jahren Königin, sie feiert in diesem Jahr auch das 90-jährige Jubiläum als Engelchen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Renate Schmidt begleitete sie ihren Vater Eberhardt Schmidt als König, an seiner Seite die Königin Anni Maas (1936/1937). Ihr gebührt also ein doppelter Glückwunsch!

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